Frankreichs kreativer Geheimtipp Nantes
Zwischen Weinberg und Ozean liegt Nantes südlich der Bretagne an den Ufern der Loire. Mit mehr als 680.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Nantes eine der größten Städte Frankreichs. „Le Voyage à Nantes“ ist mehr als ein touristisches Projekt: Die Reise nach Nantes ist eine Lebensart, die für Offenheit, Wandel, Wissen und Begegnungen steht. Wie kaum eine andere Stadt begreift sich Nantes als Stadt für alle. Die Reise nach Nantes ist auch Nantes‘ eigene Reise – vom Industriestandort zur Kulturmetropole im Taschenformat.
Die ganzjährige Reise entlang der Grünen Linie
Das Stadtleben ist für die Nantais wie für ihre Besucherinnen und Besucher das ganze Jahr über fest mit Kunst und Kultur verbunden. Wie ein verstreutes Monument reihen sich mehr als 60 Freilicht-Kunstwerke entlang der 20 Kilometer langen grünen Linie, die sich quer durch die Stadt zieht und dabei nicht nur Open-Air-Kunst hervorhebt, sondern auch besondere Architektur und Stadtpanoramen. Die berühmteste Etappe ist der Grand Eléphant der Machines de l‘Île, der mit bis zu 49 Personen auf dem Rücken über die städtische Insel in der Loire spaziert. Die älteste Station ist das Schloss der Herzöge der Bretagne aus dem 15. Jahrhundert. Dazwischen finden sich, nebst weiterer Überraschungen, viele farbenfrohe Skulpturen, ein kindliche Statue, die von ihrem Sockel klettert und die 18 bunten Ringe von Daniel Buren, „Les Anneaux de Buren“, einem der bekanntesten Künstler unserer Zeit.
Überall laden Parks, Boutiquen, Café-Terrassen und Restaurants zum Verweilen ein. Die salzige Brise und das fortwährende Lichtspiel aus Sonne und Wolken am Himmel tauchen das gesellige Stadtleben in ein maritimes Ambiente. Kein Wunder also, dass Jules Vernes hier in seiner Geburtsstadt „20.000 Meilen unter dem Meer“ schrieb und neben dem Grand Eléphant das Karussell der Meereswelten seine Runden dreht, und das nicht nur für Kinder.
Open Air Kunstfestivals im Sommer und Winter
Modern, mutig und kreativ zeigt sich Nantes bereits seit den 1990er Jahren: Als die Werften in Nantes schlossen und die Stadt drohte, grau und trist in sich zusammenzufallen, erweckte sie der damalige Bürgermeister Jean-Marc Ayrault gemeinsam mit dem Kunstschaffenden Jean Blaise mit Freilicht-Kunst, Kulturangeboten und grünen Oasen wieder zum Leben. Seitdem erfindet sich Nantes immer wieder neu.
Jeden Sommer tauchen im Rahmen des Kunstfestivals „Le Voyage à Nantes“ neue Kunstwerke im öffentlichen Raum auf, die dauerhaft oder temporär in der Stadt aufgestellt werden. So waren im letzten Jahr Bäume als stille Statisten des Stadtlebens das zentrale Thema des Festivals und der sechs Meter hohe Waldmensch „Homme de bois“ von Fabrice Hyber eroberte die Herzen der Locals: Im Rhythmus von Jahreszeiten und Witterung bleit die Holzfigur im Jardin des Plantes nicht statisch, sondern erwacht nach und nach zum Leben, in dem Moose und andere grüne Pflanzen auf und an ihr wachsen.
Seit 2024 gibt es außerdem vier Trinkbrunnen, inspiriert von den Wallace-Brunnen in Paris, die an vier zentralen Plätzen in der Innenstadt Wasser spenden. Zu sehen sind vier Frauenfiguren, die Güte, Nächstenliebe, Bescheidenheit und Nüchternheit symbolisieren, sich aber aus diesen klassischen Rollenbildern lösen – und in vier Kapiteln kurzerhand von den Brunnen fliehen.
Das nächste Sommerfestival „Le Voyage à Nantes“ mit mehr als 80 vielseitigen und überwiegend kostenfreien Kulturevents findet vom 4. Juli bis 6. September 2026 statt. Mit der Saison 2026 beginnt ein neuer Zyklus, der den vier Elementen gewidmet sein wird, beginnend mit der Erde in ihrer doppelten Bedeutung als stille Materie und als Kosmos. Neben der thematischen Ausstellung „Interstellar – Réimaginer la terre“, die vom 23. Mai bis 27. September in der HAB Galerie insbesondere diese letzte Dimension beleuchtet, haben sich die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler frei mit dem Thema und den Orten auseinandergesetzt: darunter Caroline Le Méhauté und Ali Cherri sowie der Jardin extraordinaire und die Krypta der Kathedrale Saint-Pierre.
Die Winteredition mit ihrem charmanten Spiel aus Laternen- und Klanginstallationen folgt vom 23. November 2026 bis 3. Januar 2027.
Nachhaltig und zukunftsgewandt
Vom Weinberg bis zum Ozean und entlang der grünen Linie lassen sich Nantes und Umgebung bestens zu Fuß, mit dem Fahrrad, per Boot und dem am Wochenende kostenfreien ÖPNV erkunden. Mit 126 Parks und Gärten und 3 Green Flag Awards im vierten Jahr in Folge bleibt Nantes weiter die Grüne Hauptstadt, die sie offiziell seit 2013 ist.
Kunst zu demokratisieren und Orte für alle zu schaffen, die abenteuerlich und verspielt zum Träumen und Erholen anregen, und gleichzeitig Raum für die Herausforderungen unserer Zeit lassen, ist die Essenz der Nanteser Stadtentwicklung. Dabei stellt sich Nantes auch seiner Vergangenheit. Denn die Stadt an der Loire-Mündung profitierte einst stark von Kolonialismus und Sklaverei. Am Hafenkai der Stadt steht deshalb seit 2012 eine der ersten und bislang sehr seltenen Gedenkstätten Europas, die sich mit der Abschaffung des Sklavenhandels auseinandersetzt. Gemeinsam mit dem Museum für Stadtgeschichte, das sich im Schloss der Herzöge der Bretagne befindet, versteht sich die kostenfreie und ganzjährig geöffnete Gedenkstätte „Mémorial de l’Abolition de l’Esclavage“ als verantwortungsbewusste Akteurin der Gegenwart für eine offene und freie Gesellschaft sowie als Unterstützerin von aktuellen Bewegungen wie „Black lives matter“ und „Museums are not neutral.“
Am Ende der grünen Linie geht es weiter, hinaus in den Weinberg von Nantes und an der Loire entlang, durch die Bretagne bis zum Klosterberg Mont Saint-Michel. Drei Strecken, drei Einladungen zum Durchatmen auf einer langen Reise, die nicht nur auf dem Land und nicht nur am Meer entlangführt. „Sich hier Zeit zu nehmen ist die beste Art, keine Zeit zu verlieren“ (Nicolas Bouvier).
Eine Reise durch die Weinreben von Nantes
Wer sich von Nantes‘ kulinarischem Taschenguide „Les Tables de Nantes“ mit 185 Restaurants und Bars durch die Stadt führen lässt, hat ihn sicher schon kennengelernt: den Muscadet. Frisch und leicht verspielt ist der Weißwein der perfekte Begleiter zu Fisch und Meeresfrüchten des benachbarten Atlantiks.
Tatsächlich ist der Weinberg zwischen den Flüssen Loire, Maine und Sèvre südöstlich von Nantes das einzige Anbaugebiet der Rebsorte Melon de Bourgogne, besser bekannt als Muscadet, weltweit. Auf elf Etappen führt die Reise durch den Weinberg mit dem Fahrrad oder Auto durch das Dorf Clisson, dessen Architektur an Italien erinnert, sowie seit 2024 auch zum ersten Muscadet-Showroom im Schloss La Frémoire. Unterhalb der Aussichtsplattform Le Porte-Vue in Château-Thébaud finden Outdoor-Fans beim Kajaken in Pont Caffino auf dem Fluss Maine ihr Glück.
Der Kunstparcours Estuaire Nantes <> Saint-Nazaire entlang der Mündung der Loire: Vom schiefen Haus in der Loire bis zum Verdauungssystem
Westlich von Nantes geht der Open Air Kunstparcours entlang der Loire weiter. Auf 60 Kilometern versammelt er von Nantes bis nach Saint-Nazaire an der Atlantikküste 33 großdimensionierte Open Air Kunstwerke, insbesondere Skulpturen und verblüffende Architekturwerke. Neben dem Fuß, dem Pullover und dem Verdauungssystem (ja, Sie lesen richtig) sind das Haus mitten im Fluss und das scheinbar biegsame, weiche Boot die erstaunlichsten Werke, die zum Verweilen einladen.
Mit dem Auto, zu Fuß oder am besten mit dem Fahrrad weckt der Parcours die Aufmerksamkeit für die Mündung von Frankreichs längstem und wildesten Fluss. Er gibt Einblick in eine dem Ozean zugewandte, wenig bekannte Loire und ihre Naturräume. Von April bis Oktober lässt sich die Mündung auch auf einer 2 ½-stündigen Bootsfahrt zwischen Nantes und Saint-Nazaire erkunden.
Downloads und weitere Informationen
Pressemappe 2026
Mehr zur Destination Le Voyage à Nantes erfahren Sie in der deutschsprachigen Pressemappe 2026, die Sie hier als PDF herunterladen können.
Mit Regenzauber und Lichtkunst durch den Winter
Vom 22. November bis zum 4. Januar lassen monumentale Licht-Skulpturen und bunte Licht-Installationen das gesamte Stadtzentrum von Nantes im Rahmen des Festivals „Le Voyage en hiver“, die winterliche Reise, festlich leuchten. Dem gegenüber steht die aktuelle Ausstellung „Im Regen. Malen, leben und träumen“ des Kunstmuseums von Nantes, die sich bis 1. März 2026 dem Regen in all seinen Facetten widmet.
Der Kunstsommer in Nantes ab 28. Juni 2025
In Nantes gehört die Kunst zum Stadtbild wie der Weinberg und die Loire, und das meistens kostenfrei. Beim allsommerlichen Kunstfestival Le Voyage à Nantes können die Nanteser und ihre Gäste überdimensionale Kunstwerke zum Anfassen erleben. Denn diese stehen vom 28. Juni bis zum 31. August nicht im Museum, sondern erheben sich aus dem Straßenpflaster, erklimmen Treppen oder spazieren an Säulen hoch.
Gastronomie: New Destination Champion Award 2025
Vor kurzem noch ein Außenseiter in der französischen Gastronomie, heute Garant für Innovation. Lokale Produkte einer fruchtbaren Region, Nachhaltigkeit und die Lust, Neues auszuprobieren, prägen die dynamische Gastronomieszene in Nantes. Das bestätigt nun auch das französische Restaurant-Ranking La Liste, das Nantes mit dem New Destination Champion Award 2025 ausgezeichnet hat.